Lüften statt Reinigen
Wolle besitzt eine natürliche Selbstreinigungskraft durch Lanolin. Nach jedem Tragen muss der Anzug mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur auslüften, um Feuchtigkeit aus den Fasern abzugeben.
Materialkunde
Ein handgefertigter Bespoke-Anzug ist eine technische Konstruktion aus Naturfasern. Die richtige mechanische Behandlung und klimatische Lagerung entscheiden über die Lebensdauer der Rossaar-Einlagen und der Tuchstruktur.
Wolle besitzt eine natürliche Selbstreinigungskraft durch Lanolin. Nach jedem Tragen muss der Anzug mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur auslüften, um Feuchtigkeit aus den Fasern abzugeben.
MaterialkundeLeichte Falten im Ellenbogen- oder Kniebereich sollten ausschließlich mit einem Steamer oder einem feuchten Tuch und Bügeleisen (ohne direkten Kontakt) behandelt werden. Dies reaktiviert die Sprungkraft der Wolle.
InnenverarbeitungDie chemische Reinigung ist eine Belastung für das Tuchfett. Sie sollte maximal einmal pro Jahr oder nur bei sichtbaren Flecken erfolgen. Häufiges Reinigen macht die Faser spröde und glanzlos.
TuchauswahlDie korrekte Lagerung beginnt bei der Hardware. Ein Bespoke-Sakko darf niemals auf einem schmalen Drahtbügel hängen. Die Schulterpartie wird durch handgestochene Einlagen geformt, die bei falscher Belastung ihre Kontur verlieren. Verwenden Sie ausschließlich breite Formbügel aus Holz, die das Endstück der Schulter vollflächig unterstützen.
In der Garderobe ist auf ausreichenden Abstand zwischen den Kleidungsstücken zu achten. Kompression führt zu dauerhaften Liegefalten und verhindert die Luftzirkulation. Für die Langzeitlagerung, etwa beim Wechsel von Sommer- auf Wintergarderobe, sind atmungsaktive Kleidersäcke aus Leinen oder Baumwolle zwingend erforderlich. Kunststoffhüllen fördern Schimmelbildung und verhindern den Gasaustausch der Naturfaser.
Achten Sie auf eine moderate Luftfeuchtigkeit. Zu trockene Heizungsluft entzieht der Wolle die Elastizität, was die Bruchgefahr der Fasern an mechanisch beanspruchten Stellen wie dem Schritt oder den Achseln erhöht. Ein kleiner Zedernholzblock im Schrank schützt zudem effektiv vor Mottenfraß, ohne die chemische Belastung konventioneller Mittel.
Staub ist der größte Feind der Wolle. Er setzt sich zwischen den Fasern fest und wirkt wie Schmirgelpapier. Regelmäßiges Ausbürsten entfernt Partikel, bevor sie den Stoff beschädigen können.
Verwenden Sie ausschließlich Naturborsten (Wildschweinborsten). Synthetikfasern sind zu hart und können die Tuchoberfläche aufrauen.
Immer mit dem Strich bürsten (von oben nach unten). Kurze, kräftige Bewegungen lösen den tiefsitzenden Staub aus dem Gewebe.
Besonderes Augenmerk auf den Nackenbereich legen, da sich hier Hautfette und Haarspraypartikel ansammeln können.
Mechanischer Verschleiß ist bei häufigem Tragen unvermeidlich. Ein Bespoke-Anzug ist jedoch so konstruiert, dass fast jedes Element ausgetauscht oder instand gesetzt werden kann.
Das Innenfutter aus Cupro oder Seide nutzt sich schneller ab als der Oberstoff. Wir bieten einen kompletten Austausch des Futters an, wobei die ursprünglichen Innentaschen und Details erhalten bleiben.
Das Stoßband am Saum der Hose schützt die Kante vor Abrieb durch die Schuhe. Ein regelmäßiger Austausch verhindert, dass der eigentliche Hosenstoff beschädigt wird.
Echt-Hornknöpfe können bei starker Beanspruchung splittern. Wir halten das originale Knopfmodell Ihres Anzugs vorrätig, um jederzeit einen identischen Ersatz zu gewährleisten.
Körperliche Veränderungen sind natürlich. Dank großzügiger Nahtzugaben in der Bespoke-Konstruktion können wir Weite und Länge auch Jahre nach der Fertigstellung anpassen.
Bringen Sie Ihren Anzug für eine professionelle Aufarbeitung in unser Atelier. Wir prüfen Nähte, Knöpfe und die Formstabilität Ihrer Garderobe.